Geologie




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Boden

Als Boden bezeichnet man die belebte Schicht der festen Erde. Bodenbesiedler, wie z. B. Pflanzen, lösen Minerale aus dem Gesteinsuntergrund heraus und beschleunigen dadurch dessen Verwitterung. Zugleich verarbeiten Ameisen, Spinnen, Regenwürmer und weitere Bodenbewohner abgestorbene Pflanzenteile wie Blätter, Gras und Holz, wodurch Kohlenstoff und Stickstoff aus der Luft dem Boden zugeführt wird. So entsteht aus den Ausscheidungen und Körpern dieser Lebewesen organische Substanz und damit der Humus. Dieser ist die Grundlage allen Wachstums auf den Böden.

Die Böden im Erz der Alpen UNESCO Global Geopark sind „jung“. Erst nach dem Abschmelzen der großen eiszeitlichen Gletscher und der Rückkehr der Vegetation auf den ehemals eisbedeckten Untergrund konnten sich erste Pionierpflanzen behaupten. Diese verrotteten und bildeten sogenannte Rohböden mit ganz wenig Humus, wie man sie heute noch im Hochgebirge (z. B. Hochkönig) vorfindet. 

Erste Rohböden bildeten sich im Geopark vor ca. 16.000 Jahren. Seither wuchsen sie auf zum Teil beachtliche Mächtigkeiten von über einen Meter an. Diese Braunerden sind als gut entwickelte, sehr fruchtbare Böden im gesamten Geopark zu finden. 

Das heißt, es dauerte über 10.000 Jahre bis unsere heutigen Braunerden entstanden. Trotz eines durch Erosion verursachten, jährlichen Bodenabtrags von 1.1 Tonnen pro Hektar bei Grünland, bzw. 5.8 Tonnen pro Hektar bei Ackerland (österr. Bundesamt f. Wasserwirtschaft, 2020), halten sich die Böden durch Bodenneubildung in etwa die Waage. In manchen Regionen wird jedoch deutlich mehr abgetragen als neu gebildet. Der Boden erfüllt viele Funktionen (Wasserspeicherung und –reinigung, Bereitstellung von Lebensmitteln, etc.) und ist somit eine wesentliche Grundlage des Lebens.




Geologische Karte aus dem Erz der Alpen UNESCO Global Geopark

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